Worauf kommt es bei textilen Alltagsmasken (Mund-Nasenbedeckungen) an?

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Nähen einer Alltagsmaske. – Tadeáš Bednarz / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

Seitdem mittlerweile alle Bundesländer eine offizielle “Maskenpflicht” angekündigt haben, decken sich die Menschen in Deutschland mit Mund-Nase-Bedeckung ein. Die Namen für die oft waschbaren Gesichtsbedeckungen sind recht unterschiedlich, manche führen sie unter Alltagsmaske, Behelfsmaske, Community-Maske, Do-it-yourself (DIY) Maske und einigen weiteren Namen.

Allein das ist schon verwirrend, ist aber wohl auch unter anderem dem Eifer einiger Abmahnanwälte geschuldet. Bereits in den ersten Tagen, in denen Textilunternehmer diese dringend benötigten Utensilien zu produzieren begonnen haben, flatterten ihnen Abmahnungen ins Haus, falls sie das Wort “Mundschutz” oder ähnliches verwendeten,  auch wenn sie deutlich darauf hinwiesen, dass es sich nicht um medizinische, zertifizierte Schutzausstattung handelt. Eine lustige Theorie dazu brachte die bekannte Unternehmerin Sina Trinkwalder ins Spiel – ihrer Meinung nach säßen wohl zu viele Juristen im Home-Office und hätten zuviel Zeit. Ob man in einer Krise wie dieser sein Geld mit solchen Dingen wie Abmahnungen verdienen sollte, steht auf einem anderen Blatt.

Mittlerweile, nachdem auch die offiziellen Empfehlungen von ‘nicht sinnvoll’ zu einer Tragepflicht geändert wurden, hat auch die oberste Bundesbehörde, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Pharmazie (BfArM) hier zur Klärung beigetragen – ein großes Dankeschön dafür.

Hier heißt es: ” Trotz dieser Einschränkungen können geeignete Masken als Kleidungsstücke dazu beitragen, die Geschwindigkeit des Atemstroms oder Tröpfchenauswurfs z.B. beim Husten zu reduzieren und das Bewusstsein für „social distancing“ sowie gesundheitsbezogen achtsamen Umgang mit sich und anderen sichtbar zu unterstützen. Auf diese Weise können sie bzw. ihre Träger einen Beitrag zur Reduzierung der weiteren Ausbreitung von SARS-CoV-2 leisten.

In anderen Worten, diese Bedeckungen können für die Mitmenschen die Infektionsgefahr vermindern, und sind nicht für den Schutz des Trägers gedacht, zugelassen oder geprüft.

Heißt das also, dass textile Mundbedeckungen keinerlei Schutz für den Träger bieten?

Wir weisen nochmals auf die Rechtslage hin, und insbesondere auch, dass Anbieter von Community-Masken  im Falle der Beschreibung/Bewerbung einer Mund-Nasen-Maske darauf achten sollen, dass nicht der Eindruck erweckt wird, es handele sich um ein Medizinprodukt oder Schutzausrüstung. Besondere Klarheit ist bei der Bezeichnung und Beschreibung der Maske geboten, die nicht auf eine nicht nachgewiesene Schutzfunktion hindeuten darf. Weiterhin soll ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass es sich weder um ein Medizinprodukt, noch um persönliche Schutzausrüstung handelt.

Genau das ist auch unsere Position zu den Alltagsmasken!

Unabhängig davon ist es im Sinne der Informationsvollständigkeit interessant, sich die wissenschaftlichen Untersuchungen zu nicht geprüften Alltagsmasken anzusehen.

Bei einer Maske kommt es u.a. an auf

  • die Form
  • den Sitz und wie dicht sie abschließt. Die Luft und somit auch infektiöse kleinste Tröpfchen suchen sich immer den Weg des geringsten Widerstands. Man kann sich das so vorstellen:
    Wenn an den Rändern der Maske Luft vorbeiziehen kann, ist das in etwa so, als wenn man ein Loch in die Maske schneiden würde.
  • das Material
  • die Webdichte des Materials
  • die Anzahl der Stoffschichten
  • Tragedauer, Durchfeuchtung etc.
  • den Tragekomfort. Es gibt eine Studie aus der Grippesaison 2006/2007 an 286 Eltern von Grippe-erkrankten Kindern, denen man chirurgische Masken gegeben hat. Es konnte zwar gezeigt werden, dass die Masken signifikant vor Ansteckung schützen, aber weniger als 50% der Eltern die Maske auch regelmäßig trugen. und gerade mal 21% trugen Sie immer oder meist.
  • den Atemwiderstand, der wiederum die Toleranz,die Maske zu tragen beinflusst.

Die Wirkung von Alltagsmasken und OP-Masken, z.B. im Vergleich zu geprüften FFP2/3 und N95 Atemschutzmasken wurde in Studien in anderen Zusammenhängen untersucht. Für das aktuelle in der COVID-19 Pandemie zirkulierende SARS-CoV2 Virus gibt es keine Erfahrungen oder Untersuchungen.

Der Titel einer  interessanten Untersuchung in 2013 vom Public Health England lautet (auf Deutsch übersetzt) “Testung der Wirksamkeit von hausgemachten Masken: Würden Sie schützen bei einer Influenza-Pandemie? “

In dieser Studie mussten Probanden nach einer Anleitung ihre Alltagsmasken selbst nähen; es wurden zur Testung zwei harmlose Erreger, ein Virus und ein Bakterium verwendet, die in der Größe im Aerosol einige gängige Krankheitserreger von Influenzaviren bis zu den deutlich größeren Pest- und Milzbrandbakterien simulieren sollten.

Ein interessanter Befund in dieser Studie ist die Filterwirkung von selbstgefertigten Behelfsmasken aus Baumwoll-Gewebe gegenüber den 0,02 Mikron großen Viren (Bakteriophage M2), das ist sogar etwas kleiner als das Coronavirus:

Die selbstgemachten Masken zeigten hier eine Filterleistung von 50,9%.

Dies ist ganz gut vergleichbar mit einer anderen Untersuchung aus Holland, wo man selbstgemachte Behelfsmasken aus Geschirrtüchern getestet hat. Hier lag die Filterwirkung für die Partikelgröße von Viren bei ca. 60%.

Eine ganz aktuelle Versuchsreihe am Max-Planck Institut in Mainz hat die “Abscheideeffizienz” von Mund-Nasen-Schutz Masken, selbstgenähten Gesichtsmasken und potentiellen Maskenmaterialien untersucht, für die für Viren vergleichbare Partikelgröße 100 nm liegen die Ergebnisse in einer  Größenordnung von 30-40%; für viel kleinere (30 nm) und größere Partikel ab 1 Mikrometer liegt die Filterwirkung sogar deutlich darüber. (Die geringste Wirkung zeigten alle Gewebe im Bereich von 500 nm).

Die Autoren der Studie von Public Health England kommen in zum Schluss:

“Eine Schutzmaske kann die Wahrscheinlichkeit einer Infektion verringern, aber sie wird das Risiko nicht beseitigen, insbesondere wenn eine Krankheit mehr  als einen Übertragungsweg hat. Also jede Maske, egal wie Effizient bei der Filtration oder wie gut die Dichtung ist, wird gering sein in der Wirkung, wenn sie nicht in Verbindung mit anderen vorbeugenden Mitteln verwendet wird, etwa Maßnahmen wie Isolierung infizierter Fälle, Immunisierung, gute Atemetikette und regelmäßige Händehygiene. Eine improvisierte Gesichtsmaske sollte als die letztmögliche Alternative angesehen werden, wenn unabhängig davon die Lieferung von handelsüblichen Gesichtsmasken nicht möglich ist; ungeachtet der Krankheit, gegen die sie zum Schutz erforderlich ist. Zum Schutz können improvisierte hausgemachte Gesichtsmasken verwendet werden für diejenigen, die möglicherweise beispielsweise einem beruflichen Risiko ausgesetzt sind durch engen oder häufigen Kontakt mit symptomatischen Patienten. Diese Masken würden den Trägern jedoch wenig bieten Schutz vor Mikroorganismen von anderen Personen, die mit Atemwegserkrankungen infiziert sind. Infolgedessen würden wir  die Verwendung von hausgemachten Gesichtsmasken als Methode von Verringerung der Übertragung von Infektionen durch Aerosole nicht empfehlen.”

Wir hoffen, diese Informationen sind interessant und nützlich.

Für Empfehlungen zum korrekten Tragen und Pflege der Alltagsmasken, sehen Sie hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie trägt man eine Corona – Alltagsmaske?

Use of Cloth Face Coverings to Help Slow the Spread of COVID-19

CDC: Use of Cloth Face Coverings

Mittlerweile haben alle Bundesländer eine offizielle “Maskenpflicht” angekündigt, und die Menschen in Deutschland gewöhnen sich an die Mund-Nase-Bedeckung in der Öffentlichkeit. Dort wo die Gefahr besteht, dass sich Menschen mit dem neuen Coronavirus anstecken, z.B. im Supermarkt, ist das Tragen ein Zeichen von Verantwortung. Man kann die Masken selbst anfertigen oder einkaufen – idealerweise von einem Unternehmen in der Nähe.

Der korrekte Umgang mit der Maske erhöht die Sicherheit.

Hier ein paar gute Tips für das korrekte Tragen aus verschiedenen Quellen – so hat beispielsweise das Center of Disease Control CDC eine gute Darstellung (links, auf Englisch).

Die Maske sollte: 

  • richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren – ideal ist auch ein eingelassener Draht-oder Metallbügel, der ein Andrücken an die Kontur der Nase erlaubt
  • mit Gummibändern oder Schleifen befestigt sein
  • möglichst dichtes oder mehrere Lagen Textil haben. Ein einfacher Test ist, verschiedene Stoff gegen das Licht zu halten. Können Sie quasi “ein Sieb” sehen, also die Webstruktur deutlich erkennen und geht viel Licht durch, entschieden sie sich ggf lieber für einen anderen Stoff.
  • Atmen zulassen ohne größere Anstrengung
  • waschbar und trockenbar sein, ohne dass sie ihre Form verliert oder beschädigt wird
  • aus einem Stoff sein, der gut verträglich ist – z.B. keine Allergien auslöst oder unangenehm nach Chemikalien riecht. Wenn die Maske juckt, fasst man sich unweigerlich oft ins Gesicht

Für das Tragen ist wichtig:

  • Waschen Sie Ihre Hände immer vor und nach dem Tragen der Maske
  • Verwenden Sie die Bändchen oder Schlaufen, um Ihre Maske aufzusetzen und abzunehmen (nicht vorne anfassen!)
  • Tragen Sie Ihre Maske so, dass sie ganz oben, nahe am Nasenrücken und ganz unten unter Ihrem Kinn liegt. Versuchen Sie bestmöglich, die Bändchen so festzuziehen, dass sie ohne Lücken eng an Ihrem Gesicht anliegen
  • Berühren Sie die Vorderseite der Maske nicht, wenn Sie sie abnehmen. Die Außenseite der gebrauchten Maske ist potentiell erregerhaltig.
  • Für Bewohner von größeren Wohneinheiten: Setzen Sie die Maske auf und entfernen Sie sie, wenn Sie sich in Ihrer Wohnung befinden. Aufzüge und Treppenhäuser können stark kontaminierte Bereiche sein.
  • Bewahren Sie Ihre Maske an einem sauberen, trockenen Ort auf.
  • Wenn es das Material Ihrer Maske erlaubt, können Sie die Maske desinfizieren, indem Sie sie für 30 Minuten bei 80 Grad im vorgeheizten Backofen trocknen
  • Alternativ: Wenn es das Material ihrer Maske erlaubt, Bügeln Sie sie ausgiebig von beiden Seiten (zuerst die Aussenseite)
  • Sie können die Maske auch waschen – mindestens 60 Grad – wenn es das Material erlaubt.
  • Sofern vorhanden, sollten unbedingt alle Herstellerhinweise beachtet werden
  • Haben Sie kein falsches Sicherheitsgefühl! Auch mit Maske sollte der von der WHO empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1.50 m zu anderen Menschen eingehalten werden
  • Schieben Sie Ihre Maske nicht unter Ihr Kinn, um eine Pause zu machen. Beim Wiederhochziehen verschleppen Sie ggf. Keime in Ihr Gesicht!

Generell ist das Tragen sowie das An- und Ablegen einer Maske für die meisten Menschen etwas Neues und Ungewohntes. Hierbei gibt es die Gefahr, sich unbeabsichtigt ins Gesicht zu fassen und Viren zu verschleppen. Insbesondere auch Kindern fällt das sehr schwer.

Profi-Tipp: Üben Sie das Masken An – und Ablegen zu zweit – einer legt an, einer sieht zu! So bemerkt man Fehler und unbeabsichtigtes Ins-Gesicht-Fassen etc. sofort. Das ist keine komische oder peinliche Sache, sondern ein wichtiger Vorgang, der ohne Fehler sitzen muss.

 

Maskenpflicht Bayern ab 27.4.2020 – im Rusticarum gibt es noch wunderschöne Masken oder auch Communitiy-Masken genannt. Die Hallertau hält zusammen und bietet eine Top Dienstleistung für das gesamte Bayernland.

Wir nähen bis die Maschinen glühen, solange bis jeder seine Lieblingsmaske hat.

Nun ist es offiziell die Maskenpflicht ab 27.4.2020 in Bayern.

Die Maskenpflicht beinhaltet, dass jeder Bürger verpflichtet ist eine Maske zu tragen eine sogenannte Community-Maske. Schals die Mund und Nase bedecken sind auch erlaubt. Das Tragen wird zur Verpflichtung beim Einkaufen und im öffentlichen Verkehr. Dies waren die Worte unseres Ministerpräsidenten Söder, in der Regierungserklärung. Zertifizierte Schutzmasken sollen medizinischem Personal bevorzugt vorbehalten bleiben.

Zusammengefasst welche Maske muss ich ab 27.4.2020 öffentlich tragen:

  • Mundmaske, selbstgenäht oder gekauft
  • Diese soll jeder selber besorgen.
  • Die Maskenpflicht soll für Kinder ab 7 Jahren gelten.

 

Vielleicht wird ja die Maske das neue Fashion-Accessoir 2020 wer weiß ?

Selbstverständlich haben wir noch etliche Masken für euch, solange der Vorrat reicht. Bestellung an info@rusticarum.de wir versenden schnellst möglich. Versanddauer 1-2 Tage oder Abholung möglich.

Ihre Rusticarum Team aus Wolnzach und Ingolstadt.

 

 

 

Rusticarum Fashionmasken Challange, in Zeiten von Corona, wir testen Gesichtsbeckungen, was taugen Sie wirklich ?

Gegenseitige Rücksicht betrifft uns alle. 

Diese Masken die wir hier zeigen, sind für uns alle Mega ungewohnt. Sieht eher aus wie eine OP-Schwester oder eine Verkleidung. Trotzdem ist es wichtig, dass wir einen Gedanken daran verschwenden, wie wir uns gegenseitig schützen. Hier kann man nicht von “Gedanken-Verschwendung” reden. Es ist viel mehr gegenseitige Verantwortung. Genau aus diesem Grund finden sich auf Rusticarum immer mehr Nähmanufakturen die gemeinsam mit Rusticarum neue Wege gehen.

Das wollten wir euch auch mit auf den Weg geben. Legt Hand an und Herz. Nehmt euren Mut zusammen und tut etwas, machen ist die Devise. Gerne könnt Ihr uns kontaktieren.

Habt Ihr Lust auf unseren Masken Näh-Wettbewerb ?

Meldet euch einfach an unter:

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Bewertet wird: Das Design der Maske, die Waschbarkeit, die Verarbeitung und die Tragbarkeit.

Die schönsten Gesichts-Bedeckungen Bayerns werden prämiert auf www.rusticarum.de. Wir freuen uns über eure Zusendungen.

Seid Ihr eine Nähmanufaktur ?

  • eine Näherin
  • eine nähbegeisterte Familienmangerin oder ein Familienmanager oder einfach ein “Jemand” der gerne designt und näht… los gehts…

Euer Rusticarum Team erreicht Ihr unter info@rusticarum.de