Made in Germany – Masken kaufen mit Verantwortung

Wenn man den Nachrichten glauben schenken darf, dann verschmäht Gesundheitsminister Spahn Masken, die von agilen Unternehmen in Deutschland jetzt hergestellt werden. Dabei brauchen gerade jetzt heimische Unternehmen die Unterstützung der Regierung, und Aufträge.

Man muss wohl kein ehemaliger Wirtschaftsweiser wie Prof. Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, sein, um zu verstehen, dass die Regierung mehr tun muss als nur kurzfristige Geldspritzen für den Wiederaufbau nach der Coronakrise. Diese verursacht auch eine bisher nie dagewesene Wirtschaftskrise weltweit. Die Prognosen für Deutschland sind nicht gerade rosig.

Vereinfacht gesagt, muss die Kaufkraft steigen. Das bedeutet vor allem, dass die Menschen in Deutschland Arbeit haben, damit sie Produkte für sich und ihre Familien auch kaufen können.

Hier gibt es eigentlich auch gute Nachrichten.  

Qualitätsmaske, hergestellt in Bayern.

Qualitätsmaske, hergestellt in Bayern.

Wir können stolz sein, dass viele unserer Unternehmen sich in dieser Krise sehr wendig zeigen, und jetzt die Ärmel hochrollen. Einige Unternehmer haben kurzfristig Maschinen beschafft und die Produktion umgestellt, um jetzt benötigte Materialien herzustellen. Apotheken produzieren Desinfektionsmittel für den Hausgebrauch, der französische Luxusartikelhersteller LVMH hat vorgemacht, dass man von Parfum auf Desinfektionsmittel umsteigen kann – ein Beispiel, dem in Deutschland Unternehmen der chemischen Industrie, Kosmetik- und Parfümhersteller sowie vergleichbare Betriebe folgen, und auch Hersteller von Spirituosen helfen mit.

Fleißige Ingenieure und Fachkräfte stellen in nie dagewesenem Tempo beachtliche Leistungen auf die Beine – so hat beispielsweise die Firma Bosch in wenigen Wochen einen Corona-Schnelltest entwickelt, der vor Ort in nur 2,5 Stunden ein Ergebnis ermittelt. Nicht notwendig zu erwähnen, dass man bei Bosch nun auch Masken herstellt. Automobilhersteller wie VW befassen sich mit der Herstellung von Teilen für Beatmungsgeräte und Gesichtsschutzschilden.

 

Vor diesem Hintergrund ist absolut nicht zu verstehen, warum Herr Spahn lieber in China einkauft.

Insbesondere, wenn wir uns erinnern, dass Außenminister Maas noch am 18. Februar eine großzügige Lieferung von 8, 7 Tonnen Schutzmaterialien an China gespendet hat, hier auf der offiziellen Seite des Auswärtigen Amtes nachzulesen. Da gab es in Deutschland bereits einen Anstieg der Fälle. Aber man kann Masken ja später wieder teurer in China einkaufen. Man muss dieses Verhalten nicht verstehen, vielleicht gibt es gute Gründe, die man der Bevölkerung wieder nur besser erklären muss.

In jedem Fall kann jeder Einzelne etwas tun, um mitzuhelfen, dass unsere Wirtschaft sich stabilisiert, unsere Unternehmen Arbeitsplätze erhalten können und die Kaufkraft steigt.

Billige Waren einzukaufen, die um die halbe Welt herangeschafft werden müssen, gehört nicht dazu.

Auch für das Onlineshopping gilt, dass jeder Kunde für sich entscheiden muss, wo man kauft. Dem Branchenriesen Amazon hat die französische Regierung den Betrieb von Teilen seiner Logistik für eine bestimmte Zeit untersagt, weil der Schutz der Mitarbeiter als unzureichend festgestellt wurde. Ein Kunde kann sich durchaus überlegen, ob ihm das wert ist, dass die Ware teils am selben Tag geliefert wird, dafür aber Mitarbeiter ihre Gesundheit gefährden.

Der Einzelhandel, teilweise auch mit angeschlossenem Onlinehandel, ist stark betroffen, wenn eine Firma wie Amazon nach dem Coronaausbruch Produkte hortet, insbesondere wenn die Lieferkette aus China kommt.

Auch die Moral hinsichtlich der Versteuerung von Gewinnen in dem Land, wo man das Geld verdient, ist seit Jahren ein Thema. So hat Amazon bereits 2012 Milliardenumsätze mit deutschen Kunden erzielt, aber aufrund der Steueroase in Luxemburg fast keine Steuern bezahlt. Steuern, die hiesige kleine Unternehmen und Mittelständler entrichtet haben, und mit denen jetzt Deutschland als Staat schnelle Hilfe in der Krise leisten kann. Auch größere deutsche Unternehmen wie Otto haben diese Ungleichheit bereits massiv bemängelt. Mittlerweile zahlt Amazon sogar in den USA Steuern – mit einem legendären Steuersatz von 1,2 Prozent.

Wie eine Zeitung 2018 berichtete, zahlte der Künstler wie Ed Sheeran mehr Steuern als Amazon und Starbucks.

Wenn sich in den kommenden Wochen und Monaten die Meldungen über die Wirtschaftskrise überschlagen werden, und viele die Auswirkungen direkt oder indirekt spüren werden, soll sich jeder selbst überlegen, wo der Euro landen soll, den er ausgibt.

Wir meinen: am besten daheim, wo er gebraucht wird.

Einkaufen mit Verantwortung. 

Schreibe einen Kommentar